Wir haben eine Meinung!

 
 

Die Filme wurden an zwei Drehtagen in Frankfurt gedreht. Wir waren für Konzeption und die gesamte Produktion / Postproduktion verantwortlich

 


Immer häufiger sind es heute Kinder und Jugendliche, die Massen mobilisieren, und das ausgerechnet für Anliegen, für die es Erwachsenen in Jahrzehnten kaum noch gelang, Menschen zu bewegen (z.B. Anti-Waffen Proteste in den USA, „Protest mit Smartphone und Zahnspange“ in Russland gegen Korruption, Regenschirmbewegung in Hong Kong, friday for future). 

Im Fokus unserer Films stehen die jugendlichen Besucher selbst. Sie erkennen sich wieder – als Opfer, als Täter, als Beobachter. Der Eröffnungsfilm soll dies in einer reduzierten Ästhetik pointiert thematisieren. In seiner multithematischen und multidimensionalen Betrachtungsweise bietet der Film keine Lösungen an, sondern sensibilisiert für die Thematik. Wir werden Zeuge von verschiedenen zeitlosen Alltagssituationen, die sich in keine Zeit und zu keiner speziellen Nationalität oder Kultur eindeutig zuordnen lassen. Diese Zeitlosigkeit versuchen wir durch eine Reduktion der Protagonisten und eine stilistische Vereinfachung der Alltagsszenen zu erreichen. Wir sehen den Blick eines jugendlichen Beobachters. Die eigentliche Szenerie (z.B. salutierende Soldaten) erkennen wir nur als Schatten auf einer Wand, unscharf im Hintergrund oder als direkte Projektion auf dem Jugendlichen selbst.

Insgesamt haben wir acht Filme für die Dauerausstellung „Anne Frank. Morgen mehr…“ realisiert. Es handelt sich um kein Museum, sondern um einen Ort der Auseinandersetzung und der Debatte. Hier werden Jugendliche mit Leben und Werk Anne Franks vertraut gemacht. Hier lernen sie, Fragen aus der Geschichte auf die Gegenwart anzuwenden. Das Lernlabor nimmt jugendliche Perspektiven zum Thema Diskriminierung ernst und macht die verschiedenen Formen der Aneignung von Geschichte erlebbar: Utopien, Konflikt, Widerstand.